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Gewerkschaft IG BAU kritisiert Zunahme prekärer Jobs im Kreis Gütersloh

Anteil „atypischer“ Jobs im Kreis auf 36 Prozent gestiegen


Bielefeld, 26.07.2017
Die Industriegewerkschaft Bauen - Agrar - Umwelt (IG BAU) in Ostwestfalen-Lippe beklagt die Zunahme von sogenannter atypischer Beschäftigung im Kreis Gütersloh. "Auf dem heimischen Arbeitsmarkt ist einiges in Schieflage geraten", sagt Sabine Katzsche-Döring, Bezirksvorsitzende der IG BAU Ostwestfalen-Lippe.

Laut IG Bau sind 69.000 Menschen im Kreis Gütersloh geringfügig beschäftigt. Das heißt, sie arbeiten in Teilzeit, Leiharbeit oder haben einen Minijob. Einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung zufolge waren im Jahr 2016 rund 26.000 Menschen im Kreis Gütersloh ausschließlich geringfügig beschäftigt. Laut IG Bau ist das ein Rekordwert von 36 Prozent. 2003 habe die Quote atypischer Jobs noch bei 28 Prozent gelegen.
IG BAU-Bezirkschefin Sabine katzche-Döring spricht von einem „Alarmsignal an die Politik“: „Es kann nicht sein, dass wir einerseits einen wirtschaftlichen Aufschwung erleben, aber andererseits so viele Menschen in prekären Verhältnissen arbeiten“, sagt Hopp. Hier sei „grundsätzlich etwas in Schieflage geraten“. Der unbefristete Vollzeit-Job müsse dringend wieder zum Normalfall werden, fordert die IG BAU Ostwestfalen-Lippe.
Besonders zugenommen hat laut der Böckler-Studie die Teilzeit-Beschäftigung. Arbeiteten 2003 noch etwa 18.000 Menschen in Teilzeit, waren es 2016 mit rund 36.000 etwa doppelt so viele. Anders als die IG BAU weisen die Autoren der Studie aber darauf hin, dass Teilzeitbeschäftigungen seit 2012 genauer erfasst werden und es entsprechende Umstellungseffekte gibt.

2012 gab es rund 31.000 in Teilzeit-Beschäftigte, das sind rund 5.000 weniger als 2016. Die IG BAU weist allerdings nicht darauf hin, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Kreis Gütersloh in den vergangenen Jahren insgesamt zugenommen hat und die Zunahme der Teilzeitbeschäftigten dieser Entwicklung entspricht. Prozentual hat sich seit 2012 kaum etwas an den Teilzeitbeschäftigungen im Kreis verändert.