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Hiller Putzkräfte demonstrieren für ein Lohn-Plus

"Putzen ist Schwerstarbeit unter Zeitdruck" - Frauen setzen Zeichen an der Verbundschule


Hille, 18.05.2013
Hille (mt/ani). Besen und Schrubber standen während dieser Woche in Hille still: Putzkräfte forderten ein Lohn-Plus, unterstützt von der Gewerkschaft IG Bau.
In der Verbundschule Hille ließen die Putzkräfte einfach mal den Dreck liegen und machten ihrem Ärger Luft: "Bei den Reinigungskräften hat sich eine Menge Frust aufgestaut. Und solange die Bosse der Reinigungsbranche so unsauber auf die Lohnbremse treten, wächst der Groll weiter", sagt Sabine Katzsche-Döring von der IG Bau Ostwestfalen-Lippe

Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft will erreichen, dass das Saubermachen als Handwerk besser bezahlt wird: 70 Cent mehr pro Stunde soll es für die unterste Lohngruppe geben. Und in einer zweiten Stufe noch einmal ein Plus von 65 Cent. Das fordert die IG BAU in der laufenden Tarifrunde.

"Wer putzt, leistet Schwerstarbeit - und das meistens unter einem enormen Zeitdruck." Dazu kämen unmögliche Arbeitszeiten wie mitten in der Nacht oder oft in aller Herrgottsfrühe. Ebenso Verantwortung - etwa beim Putzen in Laboren oder OP-Sälen. Auch der Umgang mit oft gefährlichen chemischen Reinigungsmitteln gehöre zum Risiko im Job, sagt Sabine Katzsche-Döring. Das alles müssten die Arbeitgeber endlich am Verhandlungstisch honorieren. "Denn eine Gebäudereinigerin muss von dem, was sie verdient, auch leben können." Und sie brauche mehr Respekt - eine bessere Anerkennung ihrer Arbeit, so Katzsche-Döring.

Daher werde die IG BAU Ostwestfalen-Lippe nicht locker lassen, bevor es für die heimischen Beschäftigten im Gebäudereiniger-Handwerk ein kräftiges Lohn-Plus gebe. "Der Putz-Protest in Hille ist erst der Anfang." Die Gebäudereiniger stünden wie eine Eins hinter der Forderung nach mehr Lohn.

Katzsche-Döring: "Und sie sind putzmunter, wenn´s ums Protestieren für einen sauberen Lohn fürs Putzen geht."