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IG Bau zeichnet Mitglieder aus: Urkunden und Uhren für viele Jahre Treue

Gewerkschaft übt Kritik an Leiharbeit und drohender Altersarmut


Minden-Meißen, 12.11.2012
Minden-Meißen (lkp). Als die Ältesten 1952 in die Gewerkschaft eintraten, wurde das Betriebsverfassungsgesetz aus der Taufe gehoben. An diesen Meilenstein der Gewerkschaftsgeschichte hat die stellvertretende Bezirksvorsitzende Sabine Katzsche-Döring bei der Jubilarehrung der IG Bau erinnert.

52 langjährige Mitglieder waren am Samstag ins Müllerhaus in Meißen eingeladen. 23 ehemalige Maurer, Zimmerleute, Dachdecker, Fliesenleger und Angehörige anderer Baugewerke waren mit Angehörigen gekommen.

Bis heute sei das Betriebsverfassungsgesetz "das wichtigste Instrument betrieblicher Interessenvertretung", rief Sabine Katzsche-Döring ins Gedächtnis. Besonders dankten sie und der Vorsitzende Heinrich Echterdiek den ehemaligen Betriebsräten unter den Jubilaren für ihren Einsatz.

Kritisch blickte die stellvertretende Vorsitzende des Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) auf Gegenwart und Zukunft. "Schon jetzt sind immer mehr Menschen von Altersarmut bedroht. In der Gebäudereinigung arbeiten mitunter 70-jährige Frauen, weil ihre Rente nicht zum Leben reicht."

"Die Leiharbeit hat sich innerhalb der letzten sechs Jahre mehr als verdoppelt", sagte Katzsche-Döring. Rund 900000 Menschen seien als Leiharbeiter beschäftigt, und mehr als sieben Millionen arbeiteten in Minijobs, "zwei Drittel davon Frauen", viele im Bereich der IG Bau. Nach 45 Berufsjahren gebe es für eine Minijobberin lediglich einen Rentenanspruch von 140 Euro, warnte die Gewerkschafterin "Jetzt hat die Regierung die 400-Euro-Grenze für Minijobs nochmals um 50 Euro erhöht. Das ist eine fatale Fehlentscheidung."

Für 60 Jahre geehrt wurden mit Urkunde, Nadel und Uhr Horst Diekmann (Minden), Werner Ernsting und Walter Möhlmann (beide Porta Westfalica). Abwesend waren Werner Bienert (Bad Oeynhausen) und Wilhelm Weber (Hille).

Abwesenden werden Auszeichnungen geschickt

Urkunden für 50 Jahre erhielten Heinz-Dieter Becker, Karl Wilhelm Corduwinus, Siegfried Huck, Heinz Leesten, Heinrich Timmermann, Klaus Ziegler (alle Minden), Karl-Jürgen Horst (Porta Westfalica) und Friedhelm Knollmann (Bad Oeynhausen). Abwesend waren Werner Papke (Minden), Karl Heinz Fangmann (Porta Westfalica), Wilhelm Fehling, Kurt Greding, Ernst-Dieter Hirschmann (alle Petershagen) und Manfred Gast (Bad Oeynhausen).

Auszeichnungen für 40 Jahre gingen an Gerd Ottenberg, Helmut Pöll, Klaus Warendorf (alle Minden), Johannes Fischer, Wolfgang Kaiser, Karl Ricek (alle Porta Westfalica), Peter Lang, Werner Schwier (beide Petershagen) und Klaus Greinke (Hille). Abwesend waren Friedel Becker, Thomas Hall, Uwe Waltke, Gerd Wickenkamp (alle Minden), Norbert Allgeier (Porta Westfalica), Uwe Plaggemeier, Hermann Schulz, Günther Witte (alle Petershagen), Reinhard Rückborn (Hille), Rolf Haubrock, Karl-Heinz Sander (beide Bad Oeynhausen) und Günter Spönemann (Warmsen).

Für 25 wurden geehrt: Jürgen Tomeinsky (Minden), Hildegard Busch und Ulrike von Salzen (beide Porta Westfalica). Abwesend waren Thomas Ehlert, Manfred Könemann (beide Minden), Karl Kuhlmann (Porta Westfalica), Martin Salzbrunn (Petershagen), Hermann Horstmeier, Christian Netzeband (beide Hille), Birgit Bredemeyer (Warmsen), Ralf Buhre und Wilhelm Meyer (beide Raddestorf). Den Abwesenden werden die Auszeichnungen zugesandt.

4stats