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Wildwuchs bei Mini-Jobs

Gewerkschaft übt Kritik


17.06.2012
Zum "Tag der Gebäudereinigung" am Freitag,15. Juni, hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt vor einem "Wildwuchs" bei befristeten Arbeitsverhältnissen und bei Mini-Jobs gewarnt.

Auch im Kreis Herford seien insbesondere in der Gebäudereinigerbranche Jobs auf Zeit und Beschäftigungen auf 400-Euro-Basis mittlerweile eher die Regel als die Ausnahme.

Auch im Kreis Herford seien insbesondere in der Gebäudereinigerbranche Jobs auf Zeit und Beschäftigungen auf 400-Euro-Basis mittlerweile eher die Regel als die Ausnahme.
"Leidtragende sind in erster Linie Frauen - und das vor allem mit Blick auf die Altersversorgung. Egal ob Jobs mit ständigen Unterbrechungen der Beschäftigungszeiten oder Mini-Jobs - für die meisten Beschäftigten ist Altersarmut vorprogrammiert", sagt der Bezirksvorsitzende der IG BAU Ostwestfalen-Lippe, Heinrich Echterdiek.

Insbesondere die fehlende eigenständige soziale Absicherung der geringfügig Beschäftigten sei ein Skandal. Echterdiek: "Beschäftigte im Mini-Job haben keinerlei Ansprüche in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Und in der Regel auch keine in der Rentenversicherung. 400-Euro-Kräfte sind somit billige Arbeitskräfte. Und das nutzen Unternehmen oft schamlos aus."

Vor diesem Hintergrund sprach sich der IG BAU-Bezirksvorsitzende dafür aus, geringfügig Beschäftigte ab dem ersten Euro in den Sozialversicherungsschutz mit einzubeziehen. Die Beiträge dazu sollten bei einem geringen Monatseinkommen komplett vom Arbeitgeber übernommen werden.

Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft fordert zudem, die Befristungen von Arbeitsverhältnissen zu begrenzen. Die Rahmenbedingungen für Kurzzeit-Jobs müssten restriktiver geregelt werden.

Zum "Tag der Gebäudereinigung" rief der IG BAU-Bezirksvorsitzende die Unternehmen der Branche im Kreis Herford zu einem "Fair Play" im Umgang mit den Beschäftigten auf: "Es muss Schluss damit sein, dass den Reinigungskräften die Angst um den Job ständig im Nacken sitzt. Das ist eine einzige Zitterpartie sind", so Heinrich Echterdiek.